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Warum altern kaltblütige Tiere schneller?

Warum altern kaltblütige Tiere schneller?



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Ökotherme Tiere sind für ihre Körperwärme auf externe Quellen angewiesen, da sie nicht in der Lage sind, die durch ihren eigenen Stoffwechsel erzeugte Wärme zu speichern. Wenn es draußen kalt ist, sinkt die Temperatur dieser sogenannten „kaltblütigen“ Kreaturen und ihr Stoffwechsel verlangsamt sich. Wenn es heiß ist, passiert das Gegenteil.

Es könnte dann angenommen werden, dass wärmere Temperaturen, die durch den Klimawandel verursacht werden, vielen ektothermen Tieren, einschließlich Eidechsen, Schlangen und Amphibien, zugute kommen. Sie werden aktiver und weniger abhängig von Änderungen der Außentemperatur.

Andere haben jedoch postuliert, dass ein schnellerer Stoffwechsel, der durch wärmeres Wetter ausgelöst wird, bei diesen Tieren zu einer beschleunigten Alterung führt, was zu einer kürzeren Lebensdauer bei ihnen führt.

Nach einer jahrhundertealten dominanten Theorie, die als "Lebensrate" bezeichnet wird, ist die Lebensdauer eines Organismus umso kürzer, je schneller der Stoffwechsel ist. Aus diesem Grund haben schnell lebende Kreaturen wie Mäuse eine Lebensdauer von nur wenigen Jahren, während einige langsam lebende Schildkröten mehr als ein Jahrhundert halten können.

Ein Forscherteam der Universität Tel Aviv in Israel und der Queen de Belfast Universität in Nordirland hat beschlossen, herauszufinden, was mit kaltblütigen Tieren passieren wird, wenn ihr Stoffwechsel durch Erwärmungstemperaturen beschleunigt wird. Dazu analysierten sie Daten von mehr als 4.100 Arten von Landwirbeltieren.

Wie sie in einer neuen Studie dokumentieren, haben sie festgestellt, dass eine warme Umgebung die Lebenserwartung kaltblütiger Tiere beschleunigt, wodurch sie schneller altern und jünger sterben.

"Der Zusammenhang zwischen der Lebensdauer kaltblütiger Tiere (Amphibien und Reptilien) und der Umgebungstemperatur könnte dazu führen, dass sie besonders anfällig für die beispiellose globale Erwärmung sind, die der Planet derzeit erlebt", sagte Gavin Stark, Doktorand an der Tel University. Aviv, der der Hauptautor der Studie war. "Wenn steigende Umgebungstemperaturen die Lebensdauer verringern, kann dies dazu führen, dass diese Arten mit zunehmender Erwärmung des Klimas eher aussterben."

Dies könnte bedeuten, dass kaltblütige Tiere in einer wärmeren Welt besonders vom Aussterben bedroht sind. "Jetzt, da wir wissen, dass die Lebenserwartung kaltblütiger Wirbeltiere mit den Umgebungstemperaturen zusammenhängt, können wir erwarten, dass sich ihre Lebensdauer weiter verkürzt, wenn die Temperaturen durch die globale Erwärmung weiter ansteigen", sagte Daniel Pincheira-Donoso, Professor. Deevolution und Makroökologie an der Fakultät für Biowissenschaften der Queen's University in Belfast.

Ektotherme Tiere sind laut Naturschützern bereits eine stark bedrohte Gruppe, wobei etwa 20% der rund 10.000 Arten von Eidechsen, Schlangen, Schildkröten, Krokodilen und anderen Reptilien vom Aussterben bedroht sind. Der anhaltende Klimawandel wird viele dieser Arten weiter treffen.

"Wir müssen unser Verständnis für diesen Zusammenhang zwischen Biodiversität und Klimawandel weiterentwickeln", sagt Pincheira-Donoso. "Nur mit Wissen können wir zukünftige Richtlinien informieren, die weitere Schäden am Ökosystem verhindern könnten."


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